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Niccolo Machiavelli - Biographie


1508

MaximilianDiplomatische Mission bei Maximilian I. in Tirol. Es gelingt in zähen Verhandlungen den Tribut, den die italienischen Städte als Vasallen zu entrichten haben, in der Summe deutlich zu drücken.

Machiavelli verarbeitet seine Eindrücke in seinem 'Bericht über Deutschland', eine präzisen Studie über den Nationalcharakter der Deutschen.


Ein Jahr später liefert er für einen anderen Gesandten das Portrait 'Über den Kaiser Maximilian'. Machiavelli schreibt:


"Da ich schon bei meiner Rückkunft vor einem Jahre über die Angelegenheit des Kaisers und Deutschlands geschrieben habe, so weiß ich jetzt nichts mehr zu sagen. Ich wiederhole nur über die Natur des Kaisers, daß seine Verschwendung alles übersteigt, was man in unserer und der früheren Zeit gesehen hat. Dies hat zur Folge, daß er immer bedürftig ist, und keine Summe ist groß genug, daß sie ihm genügte, mag auch seine Lage noch so günstig sein. Er ist veränderlich; denn heute will er etwas und morgen nicht mehr; er will, was er nicht haben kann, und was er haben kann, mag er nicht; er ergreift daher immer seine Maßregeln verkehrt. Auf der anderen Seite ist er ein großer Kriegsmann, er hält und führt gut ein Heer mit Gerechtigkeit und Ordnung. Er erträgt jede Strapaze gleich dem Abgehärtetsten, in der Gefahr ist er mutvoll, so daß er als Feldherr keinem nachsteht. Er ist leutselig, wenn er Audienz erteilt, er will sie aber erteilen, wann es ihm beliebt, und er will von den Gesandten nur dann aufgewartet haben, wenn er nach ihnen schickt. Er ist sehr verschlossen; sein Geist und Körper ist immer in beständiger Bewegung; aber häufig zerstört der Abend, was der Morgen abschließt."


1512 verfasst er den Aufsatz 'Politischer Zustand Deutschlands im Anfang des 16. Jahrhunderts'.

Natürlich darf man jetzt an Tacitus´ 'Germania' denken.


1509

Nach zehn Jahren Belagerung unterwirft die Florentiner Bürgermiliz endlich Pisa. Der größte politische Erfolg Machiavellis, bevor er, keine vier Jahre später, unehrenhaft aus der Politik seiner Heimatstadt vertrieben wird. Der Sieg gegen Pisa beendet eine Jahrhunderte dauernde Hegemonialrivalität in der Toskana. Nach Siena hat Florenz nun auch Pisa unterworfen.


1510 - 1511

FlorenzWeitere Gesandtschaften an den französischen Hof in Blois. Machiavelli versucht, Florenz vor den Machtgelüsten Papst Julius II. (dem Erbauer des Petersdoms und einzigartigen Kunstmäzens) zu versichern und aus den Kriegsvorhaben des französischen König Ludwig XII. (hauptsächlich finanziell) gegen den Vatikan herauszuhalten. Beides gelingt vorübergehend.

Machiavelli verfasst den Bericht 'Politischer Zustand Frankreichs im Anfang des 16. Jahrhunderts'.


Im Oktober 1511 Gründung der 'Heiligen Liga': Papst Julius II., Spanien, Deutschland, Schweiz und sogar England nehmen den Krieg gegen Frankreichs und seine Verbündeten auf italienischen Boden auf. Natürlich unterstützen die Medici die 'Heilige Liga' finanziell und erhalten dafür die Zusage, im Falle eines Sieges, in Florenz wieder an die Macht zurückzukehren.

Machiavelli versucht in dieser sich zuspitzenden militärischen Auseinandersetzung, (in der es nur eine Frage der Zeit scheint, wann Florenz zur Beute der Medici wird) die Bürgermiliz und die Verteidigungsanlagen insgesamt zu verstärken, um in der politisch brisanten Lage die Republik Florenz wehrhaft zu erhalten.