Rene König: Niccolo Nachiavelli Zur Krisenanalyse einer Zeitenwende

1941, mittem im zweiten Weltkrieg, im Schweizer Eugen Rentsch Verlag erschienen. Rene König, der 1937 von Deutschland in die Schweiz ins Exil ging, machte sich nach dem zweiten Weltkrieg einen Namen als Soziologe und gilt als Begründer der sog. 'Kölner Schule'.

Rene Königs profunde Analyse der Entstehung und der Hintergründe des machiavellistischen Denkens ist sehr lesenswert. Er sieht Machiavelli als Künstler, als politischen Romantiker und stellt den weiseren, maßvollerer Guicciardini als wahren Politiker dar: "Diese Weisheit, welche weiß, daß die Menschen nie ganz gut, aber auch nie ganz böse sind, sondern daß sie sich zumeist in herzlicher Mittelmäßigkeit bewegen, diese Weisheit, welche die großen Gesten fürchtet, weil sie nur ein ohnehin schon labiles Gebäude endgültig zum Einstürzen bringen, ohne anderes als große Worte und wilde Entscheidungen an dessen Stelle zu setzen, die kahl und fürchterlich in eine leere Zeit hineinstehen - diese Weisheit übte Guicciardini. Niccolo Machiavelli aber besaß nicht einen Funken davon. Er hat vielleicht einen großen Moment als Künstler gehabt, als Politiker blieb er zutiefst unweise. Er erkaufte dafür den größeren Ruhm"

Das Buch sollte man im Antiquariat suchen.

Es existiert eine zweite Aufl. mit einem Nachwort "Über die Entstehung dieses Buches", Carl Hanser Verlag: München und Wien 1979 und eine Taschenbuchausgabe Ullstein Materialien, Frankfurt a.M., Berlin und Wien 1984, mit erweitertem Nachwort.